Dies und Das von den Kuhs in Irland

Tue., 05. August 2008

Deutschstunde

Filed under: Allgemein, Deutschstunde

Um meinen Kindern eine Herausforderung zu geben, ihre Deutschkenntnisse nicht zu vernachlaessigen, habe ich angefangen, ihnen in unregelmaessigen Abstaenden eine Email mit einem deutschen Text und entsprechenden Verstaendnisfragen dazu zu senden. Hier ist der erste:

Ökoplastik für den Komposthaufen

Umweltschutz ist nicht nur was für Idealisten - er kann sich für Unternehmer durchaus finanziell lohnen. Ein italienischer Wasserproduzent will mit seiner erdölfreien Bioplastikflasche das ganz große Geschäft machen.

Inmitten eines Gewirrs aus Förderbändern, Auffangschalen und Etikettiermaschinen sitzt eine junge Frau im Blaumann und tut nichts. Ihr Job ist es aufzupassen, dass alles seinen Gang geht, dass keine Wasserflasche umfällt und den automatisierten Verpackungsprozess stört. Aber das passiert ohnehin nur selten.

Die Fabrik mitten in den Bergen Piemonts ist die modernste Wasserabfüllstation Italiens. Und darauf ist Besitzer Alberto Bertone stolz. Seine neueste Errungenschaft ist die Bio-Flasche aus nachwachsenden Rohstoffen. Sie sieht aus wie herkömmliches Plastik (PET), ist aber aus Polymilchsäure. Diese ist ein Produkt der Fermentation von Zucker und Stärke durch Milchsäurebakterien.

Das Material heißt in der Branche PLA und wird bereits erfolgreich in Medizin und Pharmazie eingesetzt, zum Beispiel als Schrauben, Nägel und Implantate bei Knochenbrüchen. Das Besondere an PLA ist, dass es zu 100 Prozent biologisch abbaubar ist. Und zwar auf dem Kompost.

“Wir sind keine Wohltäter”

Bevor die Ölquellen versiegen, suchen Unternehmen der Verpackungsbranche nach Materialalternativen zum KunststoffBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Bevor die Ölquellen versiegen, suchen Unternehmen der Verpackungsbranche nach Materialalternativen zum Kunststoff

Noch kostet die Bioplastik-Flasche etwa 20 Prozent mehr als eine herkömmliche PET-Wasserflasche. Langfristig wird sich das aber auszahlen, da ist Alberto Bertone sicher. “Ich glaube an einen Imagegewinn von Unternehmen, die umweltfreundliche Verpackungsmaterialien anbieten. Und langfristig gesehen bin ich davon überzeugt, dass Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen weniger kosten werden als solche, die auf der Basis von Erdöl hergestellt werden.”

Für Alberto Bertone ist die Entwicklung nachhaltiger und kompostierbarer Verpackungsmaterialien eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Irgendwann geht das Erdöl zur Neige und dann will er gerüstet sein. “Wir sind keine Wohltäter. Wir wollen niedrige Kosten mit hoher Qualität verbinden, nur so schaffen wir es ohne Zuschüsse.”

Unabhängigkeit vom Erdöl ist das Ziel

Der Unternehmer aus Turin steht immer unter Strom. Nichts kann ihm schnell genug gehen. Sein Blick geht nach draußen auf den Vorplatz, wo mehrere LKW mit Wasserflaschen belanden werden. Die Transporter will Bertone vielleicht demnächst auf Methangas umrüsten lassen, um sie sparsamer zu machen. So soll nach und nach die ganze Firma unabhängig vom Erdöl funktionieren, dessen Preis kontinuierlich steigt. “Im Grunde ist diese Teuerung eine gute Entwicklung. Nur so lernen wir, auf andere Rohstoffe umzustellen”, ist Bertone überzeugt.

FRAGEN:

  1. Woraus besteht PLA?
  2. Was ist der Unterschied zu PET?

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