Dies und Das von den Kuhs in Irland

Thu., 21. August 2008

Deutsch with Uber-Title

Filed under: Allgemein, Deutschstunde

Another “Deutschstunde” today….
This was the first time I sent the Deutschstunde to my In-laws as well.

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First a message to my English-only speaking kids:

On and off, I’m sending out mails to my kids in German with some educational background (mostly taken from Deutsche Welle, Germany’s international broadcaster) to improve resp. keep up their German speaking skills, especially with regards to their vocabulary (= Wortschatz!). I’m including you now firstly because I’m using a group address (”myKids”) as to not having to search for each of your email addresses all the time, secondly, to keep you informed and included, and thirdly with the hope to improve your German speaking skills as well…. So take this chance and let your spouse / fiance explain the content to you!

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Today’s news bite is about the Christian underground Churches in China. The particular point about this and the reason why I’m sending it is the fact that this report is from a secular source! Which is very unusual in a mostly atheistic Germany.

So here is the text, taken from Deutsche Welle

Untergrundkirchen in China

Das Verhältnis zwischen chinesischem Staat und Religion ist schwierig. Zwar gibt es staatlich anerkannte Kirchen, doch ein Großteil der Millionen von Christen in China gehört zu illegalen “Hauskirchen”.

Ortsbesuch in Peking: Der Gottesdienst in einer Familienkirche in der chinesischen Hauptstadt beginnt mit elektrischen Gitarren und Trommeln, sie begleiten christliche Gebete. Knapp zwei Jahre zuvor haben südkoreanische Protestanten bei der Gründung der Kirche geholfen. Im Sommer 2008 hat sie etwa 500 Mitglieder. Jeden Sonntag treffen sie sich zum Gottesdienst in einem Konferenzraum im Norden der chinesischen Hauptstadt.

Ein Gläubiger leitet die Gebete, während die anderen zuhören und mit “Amen” antworten. Im Anschluss werden einzelne Teile der Bibel erklärt und diskutiert. Eine junge Frau namens Cui geht aufs Podium und erzählt von ihren Erfahrungen als freiwillige Helferin in den Erdbebenregionen. Die Frau ist in der atheistischen Atmosphäre in China aufgewachsen.

Vom Staat bezahlte Priester und Bischöfe

In der chinesischen Verfassung ist das Recht auf Religionsfreiheit festgeschrieben. In der Praxis aber sind nur die staatlich kontrollierten Formen religiöser Äußerungen erlaubt. Es gibt zwei offizielle christliche Kirchen. Die katholische patriotische Kirche zum Beispiel ist von Rom völlig unabhängig. Ihre Priester und Bischöfe werden vom Staat ernannt und auch bezahlt.

Viele Christen fühlen sich dadurch in ihrer Religionsfreiheit eingeschränkt und schließen sich zu so genannten Familienkirchen zusammen. Die sind zwar illegal, meist werden sie aber geduldet. Trotzdem werden immer wieder auch Priester dieser Untergrundkirchen verhaftet.

Säkulare Regierung “mischt sich ein”

Zhang Kai gehört der Familienkirche “Zion” an. Er betont, dass der Kern der Glaubensfreiheit in der Trennung zwischen Kirche und Staat liegt. Das bedeute, die säkulare Regierung dürfe sich nicht in das Territorium der Religion einmischen. “Sie hat auch kein Recht zu beurteilen, welche Religion gut und welche schlecht ist”, sagt der Christ. “Alles andere bedeutet eine Verletzung der Religionsfreiheit, der Verfassung sowie des säkularen Prinzips.”

Zhang Kai arbeitet als Rechtsanwalt. Beruflich vertritt er immer wieder Gläubige, deren Recht auf Glaubensfreiheit verletzt wurde. Sein bekanntester Fall führte ihn in die Provinz Zhejiang. Dort hatte die lokale Polizei die Kapelle einer Untergrundkirche abgerissen. Doch die nicht-staatlichen Kirchen werden auch auf andere Weise unterdrückt.

Steigende Mitgliederzahlen

Die Polizei fordert, dass sich alle Gläubigen beim Betreten der Kirche mit ihren persönlichen Daten anmelden. Aber auch diese Drohung konnte die Gläubigen nicht vom Gottesdienst abschrecken. Im Gegenteil, die Zahl der Kirchenmitglieder nahm noch zu. Mitunter müssen die Organisatoren die Gläubigen sogar in zwei Gruppen teilen, damit alle an dem Gottesdienst teilnehmen können.

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Btw, the Deutsche Welle is also available in English.

Yours with Love,
Papa

Wed., 20. August 2008

Zweite Deutschstunde

Filed under: Allgemein, Deutschstunde

Jiddisches Deutsch

Zoff, Zores und Stuss sind bekannte deutsche Wörter. Aber wo haben sie ihren Ursprung? Wer genau hinhört, erkennt: Wir alle sprechen ein bisschen Jiddisch – wir wissen nur nicht immer, was wir da eigentlich sagen.

Der Most holende Bartel geistert weiß Gott wie lange schon durch die deutsche Sprache. Aber Bartel ist kein Männer- oder Jungenname. Keine Kurzform von Bartholomäus. Und: Bartel holt auch keinen Most – weder aus dem Keller noch sonst woher. Denn der Bartel ist ein Eisen. Ein Einbrucheisen, eine Art Brechstange.

In aller Munde

Was aber will der Bartel mit dem Most? Er will ihn haben, und es liegt nahe, dass es sich bei Most nicht unbedingt um ein Getränk handelt. Das Wort “Most” ist ein altes jiddisches Wort für Geld. “Wo der Bartel den Most holt” ist eine gängige und gleichermaßen gern gebrauchte Redensart, wenn man jemandem unmissverständlich klar machen will, wo’s langgeht.

Im Deutschen gibt es neben Bartel und Most Hunderte Wörter jiddischen Ursprungs. Deutsch und Jiddisch: eine Wechselbeziehung, die trotz aller Schrecken der Geschichte fortbestanden hat. Derzeit erlebt das Jiddische geradezu eine Renaissance.

Klartext reden – auf Jiddisch

Jiddisch ist eine germanische Sprache, in die Vieles aus dem Hebräischen und Slawischen eingeflossen ist. Wir reden – wenn’s sein muss – Tacheles, also Klartext, nicht selten müssen wir uns den größten Stuss anhören und allzu oft sind wir des Abends vor lauter Maloche völlig geschlaucht.

Das Wort “Maloche” kann zwar dem Ruhrgebietsdeutsch und dem Berlinischen zugerechnet werden, es stammt aber aus dem Hebräischen “m’lach”, was “Schwerstarbeit” bedeutet. Geschlaucht hat nichts mit Schlauch zu tun, sondern mit “schlacha”, was “zu Boden werfen” heißt; und wenn man da liegt, ist man ziemlich erschöpft: Geschlaucht.

Alles nett gemeint!

Die liebe Familie und die noch liebere Verwandtschaft nennen wir gern vor Dritten, die nicht dazugehören, Mischpoke. Das klingt nicht gerade freundlich und tut dem hebräischen “Mischpacha” insofern Unrecht, weil damit lediglich die Familie gemeint ist. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Jemandem zu wünschen, er möge sich den Hals und gleich noch die Beine brechen, zeugt auch nicht gerade von Menschenfreundlichkeit. Wir tun es aber trotzdem. Forsch klingt das und soll heißen “Nur zu! Du schaffst das schon!”. Es lohnt sich, die Geschichte vom Hals- und Beinbruch zu erzählen:

Ein klassisches Missverständnis

Es waren einmal zwei jüdische Geschäftsleute. Der eine war Tuchhändler, der andere hatte eine große Schneiderei. Die beiden hatten sich nach langem Hin und Her über den Kaufpreis mehrerer Ballen Stoff geeinigt. Sie waren zufrieden und wünschten sich beim Auseinandergehen “Hazlacha uwracha”, was nichts anderes als “Erfolg und Segen” bedeutet.

Dieser fromme Spruch war – und ist es immer noch – in der jüdischen Geschäftswelt gang und gäbe. Was haben die gesagt? Hazlacha uwracha? Irgendwann wurde der hebräische “Erfolg und Segen” von deutschsprachigen Zuhörern aufgeschnappt und prompt falsch verstanden. Fortan lebte er als Hals- und Beinbruch in der deutschen Sprache. Ein klassischer Fall von Verballhornung. Falsch gehört, falsch geschrieben: andere Bedeutung, die eigentlich völliger Stuss ist. So kann’s gehen.

Von ausgekocht bis Zores

Von A bis Z; von “ausgekocht” bis “Zores”, die Liste von Wörtern jiddisch-hebräischen Ursprungs im Deutschen ist lang. Sie reicht von dem ausgekochten Ganoven – jeder deutsche Muttersprachler versteht was gemeint ist – bis zu Zoff und Zores.

Bevor die Sprachbar schon wieder schließt, noch schnell eine witzige und typisch jiddische Anekdote, die auch zeigt, dass wir Jiddisch ganz gut verstehen können. Also: Ein Zeitungsverleger beugt sich aus dem Fenster und sieht einen Trauerzug vorüberziehen. “Oj”, sagt er ins Zimmer zu seinen Angestellten, “Oj, morgn drukn mir eins zeitung weiniker.”

Fragen und Aufgaben zum Text

Zu welcher Sprachfamilie gehört das Jiddische?
1. zur hebräischen
2. zur germanischen
3. zur slawischen

Was könnte man anstelle von Hals- und Beinbruch auch sagen?
1. Ich wünsch dir viel Glück!
2. Fall bloß nicht hin!
3. Lernen durch Schmerz!

Wenn ein Ganove sehr schlau und geschickt ist, ist er …
1. unverfroren
2. ausgekocht
3. angebrannt

Arbeitsauftrag

Erstelle eine Liste aller Begriffe und Phrasen dieses Artikels, die aus dem Jiddischen oder Hebräischen kommen, und finde jeweils ein Synonym. Recherchiere: Welche jiddischen Wörter und Wendungen gibt es noch im Deutschen? Ergänze die Liste, so dass sie am Ende zwischen 15 und 20 Einträgen enthält.

Tue., 05. August 2008

Deutschstunde

Filed under: Allgemein, Deutschstunde

Um meinen Kindern eine Herausforderung zu geben, ihre Deutschkenntnisse nicht zu vernachlaessigen, habe ich angefangen, ihnen in unregelmaessigen Abstaenden eine Email mit einem deutschen Text und entsprechenden Verstaendnisfragen dazu zu senden. Hier ist der erste:

Ökoplastik für den Komposthaufen

Umweltschutz ist nicht nur was für Idealisten - er kann sich für Unternehmer durchaus finanziell lohnen. Ein italienischer Wasserproduzent will mit seiner erdölfreien Bioplastikflasche das ganz große Geschäft machen.

Inmitten eines Gewirrs aus Förderbändern, Auffangschalen und Etikettiermaschinen sitzt eine junge Frau im Blaumann und tut nichts. Ihr Job ist es aufzupassen, dass alles seinen Gang geht, dass keine Wasserflasche umfällt und den automatisierten Verpackungsprozess stört. Aber das passiert ohnehin nur selten.

Die Fabrik mitten in den Bergen Piemonts ist die modernste Wasserabfüllstation Italiens. Und darauf ist Besitzer Alberto Bertone stolz. Seine neueste Errungenschaft ist die Bio-Flasche aus nachwachsenden Rohstoffen. Sie sieht aus wie herkömmliches Plastik (PET), ist aber aus Polymilchsäure. Diese ist ein Produkt der Fermentation von Zucker und Stärke durch Milchsäurebakterien.

Das Material heißt in der Branche PLA und wird bereits erfolgreich in Medizin und Pharmazie eingesetzt, zum Beispiel als Schrauben, Nägel und Implantate bei Knochenbrüchen. Das Besondere an PLA ist, dass es zu 100 Prozent biologisch abbaubar ist. Und zwar auf dem Kompost.

“Wir sind keine Wohltäter”

Bevor die Ölquellen versiegen, suchen Unternehmen der Verpackungsbranche nach Materialalternativen zum KunststoffBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Bevor die Ölquellen versiegen, suchen Unternehmen der Verpackungsbranche nach Materialalternativen zum Kunststoff

Noch kostet die Bioplastik-Flasche etwa 20 Prozent mehr als eine herkömmliche PET-Wasserflasche. Langfristig wird sich das aber auszahlen, da ist Alberto Bertone sicher. “Ich glaube an einen Imagegewinn von Unternehmen, die umweltfreundliche Verpackungsmaterialien anbieten. Und langfristig gesehen bin ich davon überzeugt, dass Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen weniger kosten werden als solche, die auf der Basis von Erdöl hergestellt werden.”

Für Alberto Bertone ist die Entwicklung nachhaltiger und kompostierbarer Verpackungsmaterialien eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Irgendwann geht das Erdöl zur Neige und dann will er gerüstet sein. “Wir sind keine Wohltäter. Wir wollen niedrige Kosten mit hoher Qualität verbinden, nur so schaffen wir es ohne Zuschüsse.”

Unabhängigkeit vom Erdöl ist das Ziel

Der Unternehmer aus Turin steht immer unter Strom. Nichts kann ihm schnell genug gehen. Sein Blick geht nach draußen auf den Vorplatz, wo mehrere LKW mit Wasserflaschen belanden werden. Die Transporter will Bertone vielleicht demnächst auf Methangas umrüsten lassen, um sie sparsamer zu machen. So soll nach und nach die ganze Firma unabhängig vom Erdöl funktionieren, dessen Preis kontinuierlich steigt. “Im Grunde ist diese Teuerung eine gute Entwicklung. Nur so lernen wir, auf andere Rohstoffe umzustellen”, ist Bertone überzeugt.

FRAGEN:

  1. Woraus besteht PLA?
  2. Was ist der Unterschied zu PET?

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