Das Gesundheitssystem in Kanada - Ein Vorbild auch für Deutschland?
Telepolis hat einen ausführlichen Artikel über das Gesundheitssystem in Kanada geschrieben:
Und weiter:In Kanada sind private Krankenversicherungen grundsätzlich verboten. (…) Mit seinem Health Act wagte Kanada einen radikalen Schritt: Mit einem Verbot der privaten Versicherung von Gesundheitsleistungen, die auch die Einheitsversicherungen in den Provinzen anboten, sollte die Entstehung einer so genannten “Zwei-Klassen-Medizin” verhindert werden, wie sie derzeit auch in Deutschland beklagt wird – vor allem aufgrund längerer Wartezeiten für Facharztuntersuchungen. Gleichzeitig sollte verhindert werden, dass sich Politiker – wie in Großbritannien - privat versichern und das öffentliche Gesundheitssystem als Nichtbetroffene “kaputtsparen”.
Mit dem System fuhr Kanada lange Zeit nicht schlecht: Es half dem Land nicht nur, ein relativ kostengünstiges Gesundheitssystem zu etablieren, sondern auch die USA bei Werten wie Lebenserwartung und Säuglingssterblichkeit bei weitem zu übertreffen. Die Ärztedichte war vergleichbar, bei den Krankenschwestern pro Einwohner hatte der nördliche Nachbar sogar einen deutlichen Vorsprung. In den 1990er Jahren waren Kanada und Finnland die einzigen OECD-Länder, die den Anteil der Gesundheitskosten am Bruttoinlandsprodukt senken konnten. Vielleicht am Bemerkenswertesten ist, dass Kanada trotzdem seiner umfassenden Fürsorge einen deutlich kleineren Teil seiner Steuereinnahmen für Gesundheitsleistungen ausgeben musste (16,7 %) als die USA (18,5 %).[1]
