Dies und Das von den Kuhs in Irland

Fri., 22. June 2007

Als Regierungen bei Bombenterror noch das Volk beruhigten

Filed under: Allgemein

Keep Calm!

Bekanntermaßen befinden wir uns alle in ständiger Gefahr, Opfer von Bombenattentaten, Selbstmordanschlägen, Angriffen von Islamisten oder linksextremistischem Terror zu werden. So jedenfalls die Stimmung, die von einigen politischen Akteuren verbreitet wird - obgleich im Prinzip nichts passiert (ist). Den Wahnwitz der Situation einschätzen kann man noch etwas besser, wenn man sie mit der Zeit in Großbritannien vor über 60 Jahren vergleicht - als tatsächlich tagtäglich deutsche Bomben in britischen Städten detonierten.

“Keep Calm and Carry On”, das der Slogan, mit dem die britische Krone ihre Bürger zu Ruhe, Besonnenheit und dem Nachgehen ihrer täglichen Geschäfte aufforderte. Man bedenke: zu einer Zeit, in der Luft- und Raketenangriffe Städte in Trümmer legten und tagtäglich Opfer forderten, zu einer Zeit, in der tagtäglich mit einer Invasion der Insel gerechnet wurde. Trotz einer unmittelbar erlebbaren Bedrohung kam die Regierung der Aufgabe nach, Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten.
Vergleicht man die damalige Situation mit der Lage heute, wird die Absurdität der aktuellen Panikmache deutlich: während damals trotz (oder wegen) höchst unmittelbaren Gefahren zur Ruhe aufgerufen wurden, ist die Lage heute im Prinzip vollkommen entspannt - und die einschlägigen politischen Akteure rufen zur Panik auf.

Wortphrasen wie die “unmittelbare terroristische Bedrohung” oder gar der “Krieg gegen Terror”, der zur Rechtfertigung der allgemeinen Hysterieschürung verwendet werden, sind mit diesem Vergleich zur Unkenntlichkeit entstellt - und wie bereits offenbar einige Akteure vergessen haben, was Terror tatsächlich ist, scheinen andere ebenso verdrängt zu haben, was Krieg und was echte Bedrohungen durch Bomben und gegnerische Angriffe bedeuten. Auch hier ist zu wünschen, dass sie nie den Unterschied zwischen ihrer Propaganda und der Kriegsrealität lernen müssen. Notwendig wäre es zwar, dafür gibts aber glücklicherweise Geschichtsbücher.

(Quelle: http://feeds.gulli.com/~r/gulli/~3/126653984/)

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